Blickpunkte

Blickpunkte am Wegesrand

Energie



Vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude des Steinkohlenbergwerkes Rheinpreußen an der Baumstraße in Homberg steht seit dem Jahre 1984 die aus Edelstahl geschaffene Skulptur „Energie“ von Dr. Heinz Genz.

Dem Zufall überantwortet der schaffende Künstler nichts, wenn er seiner kreativen Ader freien Lauf lässt. Dann beschränkt sich seine Kunst nicht auf das Konservieren von willkürlich entstandenen Objekten, sondern auf bewusst geplante Kunst. Den Hauptschwerpunkt bilden großformatige Skulpturen aus Stahl und aus anderen hüttentechnisch hergestellten Eisenlegierungen sowie aus Kupfer. Eben nicht der Zufall, sondern die konsequente Anwendung der axiomatischen Wissenschaften, vor allem der Mathematik und der ihr eigenen Harmonie, spielen im künstlerischen Leben von Heinz Genz eine bedeutende Rolle. Hier paaren sich, ebenso wie bei der Auswahl der Materialien, seine kreativen Ambitionen mit dem „alter ego“, dem erlernten Beruf als Ingenieur.

Mit mathematisch-physikalischem Blick entstehen vor seinem geistigen Auge zunächst räumliche Figuren, bei denen es sich, seinem ästhetischen Verständnis entsprechend, primär um Kegelschnitte mit verschiedenen Schnittebenen handelt. Für Heinz Genz sind die schönsten Figuren immer die geometrischen, und unter diesen sticht wiederum Hyperbel als perfekteste Form hervor. Den mathematisch-physikalischen Blick wendet Heinz Genz auch bei seinen größten Ideen, Objekten aus unterschiedlich langen Eisenstäben an, die in einem bestimmten Abstand voneinander derart angeordnet sind, dass sie sich wie eine Hyperbel im Koordinatenkreuz asymptotisch der Y-Achse nähern. Durch die räumliche Darstellung und die Drehung um die Mittelachse finden sich – je nach Standpunkt des Betrachters – auf diese Weise mehrere neue Kegelschnitte wieder. Inzwischen existieren von dieser Figur etliche Versionen mit verschiedenen Drehpunkten.

Auf der Hyperbel und anderen Kegelschnitten basieren viele Skulpturen des Künstlers. Die Hyperbel verkörpert für Heinz Genz die perfekte Umsetzung der Harmonie aus der Natur. Über 8 Meter hoch ist die Skulptur, deren sechste Version vor dem Festspielhaus Recklinghausen einen idealen Standort gefunden hat. Als Freizeitkünstler hat er zuviel Respekt vor seinem professionell ausgebildeten Kollegen. „Brüder“ und „Schwestern“ dieser Figur sind in Duisburg-Homberg, Datteln, Voerde und Bochum ausgestellt. Eine Endform dieser additiven Versionen ist jedoch noch nicht erreicht.

Der Text wurde auszugsweise aus dem Buch „Werkbuch – Heinz Genz – „ (Herausgeber: Veba Immobilien AG, Bochum) entnommen.





copyright: Franz Gerd Gehnen † | Freundeskreis Historisches Homberg e.V.