Blickpunkte

Blickpunkte am Wegesrand

Der Marktbrunnen



Im Jahre 1895 wurde aus Anlass des 80. Geburtstages Fürst Otto von Bismarcks der Homberger Pattbergplatz in "Bismarckplatz" umgetauft und inmitten des Platzes eine "Bismarckeiche" gepflanzt. Nach dem Planieren des Platzes im Jahre 1909 wurde er immer stärker als Wochenmarkt angenommen.
In der Bürgerschaft wurde der Gedanke lebendig, den Marktplatz mit einem Denkmal zu zieren; man entschied sich für einen Marktbrunnen. Der damalige Homberger Maschinenfabrikant Johann Schmitz - Gründer der Firma Schmitz Söhne GmbH - gab in Verbindung mit anderen Privatpersonen und dem Gemeinderat bei dem Dresdener Bildhauer Brose den Marktbrunnen in Auftrag.
Am 16. Juni 1913 fand auf dem Bismarckplatz die feierliche Enthüllung des Marktbrunnens statt. Zeitgenössische Quellen beschreiben ihn wie folgt:

"Inmitten eines von granitener Einfassung mit schmiedeeisernem Gitter umrahmten Beckens erhebt sich der Vierkantblock des Brunnens, darüber eine mächtige Schale aus einem Stück und dann wieder auf granitenem Postament die Göttin des Glücks. Stark hinschreitend, in lebendiger Pose, lässt sie aus dem doppelten Füllhorn ihre Gaben hinabgleiten auf alles, was das Aufblühen Hombergs bedingt: Landwirtschaft, Schifffahrt, Bergbau und Industrie."

Die Göttin des Glücks, die sehr bald im Volksmund "Komps Traut" genannt wurde und damit den Namen einer "stadtbekannten Dame" erhielt, wurde 1940 demontiert und als Metallspende der Deutschen Wehrmacht zur Verfügung gestellt.
Noch 15 Jahre blieb der Brunnen bestehen und funktionstüchtig. Im Zuge der Neugestaltung des Bismarckplatzes im Jahre 1955 verschwand er. Die einzelnen Teile wurden anverschiedenen Stellen in Homberg gelagert.

Den 8. September 1990 werden die Homberger so schnell nicht vergessen. An diesem Tag erlebte die "Stadt im Grünen" durch die Initiative des Freundeskreis Historisches Homberg e.V. eine Wiedereinweihung des historischen Brunnens mit seiner "Komps Traut". Fast ganz Homberg war bei der Einweihung auf dem Bismarckplatz zugegen.



copyright: Franz Gerd Gehnen † | Freundeskreis Historisches Homberg e.V.