Geschichte

Homberger Geschichte

Schmuckstück am linken Niederrhein



-Sportanlage des VfB Homberg-



In diesem Bericht geht es um einen der größten Homberger Vereine, den VfB Homberg, der durch die Auflösung seiner Sportanlage „Am Alefskamp“ und des Schillerstadions sowie den gleichzeitigen Bau eines neuen Stadions an der Rheindeichstrasse für enorme Veränderungen im Stadtteil Homberg gesorgt hat.

In den vergangenen Jahrzehnten hielt der VfB Homberg seinen regulären Spielbetrieb auf den Sportanlagen „Am Alefskamp“ und „Schillerstadion“ ab. Wie allen Fußballfreunden bekannt, lagen diese beiden Sportanlagen mitten im Wohngebiet von Homberg bzw. Hochheide. Immer wieder gab es Nachbarschaftskonflikte aufgrund von Lärmbelästigungen, verbotenem Parken usw., so dass Ende der 80er Jahre der Wunsch aufkam, eine großzügige und moderne Sportstätte mit mehreren Plätzen in Homberg außerhalb der Wohngebiete entstehen zu lassen, auf denen der gesamte Spielbetrieb abgehalten werden kann. Mittelfristig sollte auch die Sportinfrastruktur im Stadtgebiet verbessert werden.

Als ideal wurde der Standort an der Rheindeichsraße angesehen, da hier bereits in den 60er Jahren ein Sportplatz errichtet worden war, dessen Nutzung aber wegen fehlender baulicher Erweiterungsmöglichkeiten nach einigen Jahren aufgegeben werden musste, sodass der Platz nur noch Trainingszwecken diente. Eigentümerin aller drei Anlagen war die Stadt Duisburg.
Eine neue Anlage zu bauen war eine schwierige Aufgabe, die viele Fragen aufwarf, vor allen Dingen die nach der Finanzierung. Mit einer Bausumme von bis zu 16 Mio. DM hätten die Konzepte einen zu hohen Zuschuss der Stadt beansprucht. Eine Sanierung der beiden bisherigen Sportstätten konnte ebenfalls ausgeschlossen werden, da sich die Stadion in einem allzu desolaten Zustand befanden.

So gingen viele Jahre ins Land, bis die Stadt Duisburg 1988 beim VfB Homberg nach einem möglichen Bauherrn aus der freien Wirtschaft nachfragte. Dank guter Verbindungen des Ersten Vorsitzenden, Thomas Bungart, zur Straelener Baufirma Hermann Tecklenburg fand man einen Bauherrn, dessen Finanzierungskonzept passte, sodass das Projekt machbar wurde.
Die Lösung bestand darin, auf dem Gelände des alten Rheindeichstadions in Homberg eine völlig neue Sportanlage, bestehend aus einem Asche- und einem Kunstrasenplatz sowie einem Rasenstadion mit Tribüne und einem Wirtschaftsgebäude, entstehen zu lassen. Die Kosten beliefen sich auf ca. fünf Mio .€, die vom Land, der Stadt und dem Bauherrn aufzubringen waren, wobei letzterer mit etwa 4,5 Mi. € den Löwenanteil trug.

Im Gegenzug übertrug die Stadt Duisburg dem Bauherrn die bisherigen VfB-Anlagen „Am Alefskamp“ und „Schillerstadion“, auf die dann Wohnungen gebaut wurden. Nachdem die Finanzierung im Sommer des Jahres 2000 gestanden hatte, konnten die Pläne in die Tat umgesetzt werden. Mitte Mai 2002 wurden der Generalunternehmervertrag für das Stadion und die erforderlichen Grundstückkaufverträge für die beiden anderen Flächen mit den Investoren geschlossen.

Für das Objekt mit dem Arbeitstitel „Rheinstadion“ wurde am 19.07.2002 durch Oberbürgermeisterin Bärbel Zieling, VfB-Chef Thomas Bungart und den Bauherrn Hermann Tecklenburg feierlich der Grundstein gelegt. Vorher hielten die Pfarrer Ludgar Funke und Johannes Böttcher einen ökumenischen Gottesdienst ab.
Bei der Grundsteinlegung wurden Zeitungen, Baupläne, Geld und eine Bibel in den Betongrund des neuen VfB-Vereinsheims eingelassen; endlich wurde das von langer Hand geplante und heiß ersehnte Projekt Wirklichkeit. Täglich konnten vorbeikommende Spaziergänger und VfB-Fans beobachten, wie das 2.200 Zuschauer fassende neue Stadion mit Riesenschritten wuchs. 22.000 m² Gelände mussten abgeholzt und 4.100 m Drainagerohre gelegt werden. Insgesamt nimmt die neue Sportstätte eine Fläche von 26.000 m² ein.

Eine überdachte Tribüne für 792 Zuschauer und ein Clubhaus entstanden; die Stufen auf der Gegengeraden wurden angelegt und dunkelgrüne Sitze montiert; der Hauptplatz wurde für einen Naturrasen vorbereitet; auf einem anderen Platz wurde Kunstrasen verlegt. Als Ersatz für die notwendige Abholzung wurden auf der Sportanlage viele neue Sträucher und Bäume gepflanzt, was dazu beitrug, dass sich Homberg zu Recht „ Die Stadt im Grünen“ nennen darf. Tag für Tag konnten die vielen Besucher mit Stolz miterleben, dass in der heutigen Zeit noch solch eine schmucke Anlage entstehen kann, die ihresgleichen am gesamten linken Niederrhein sucht.
Seit dem Frühjahr 2003 ist es soweit; der VfB hat eine Arena, die für den Stadtteil Homberg eine große Aufwertung darstellt. Der bisherige Arbeitstitel „Rheinstadion“ sollte ersetzt werden. Nach langer Zeit wurde das Geheimnis gelüftet: „PCC-Stadion“ heißt das neue Stadion, in dem nicht nur Verbandsligist Homberg um Punkte kämpft, sondern auch der Fußball-Bundesligaclub der Frauen, der FCR Duisburg 01.

Hinter der Abkürzung „PCC“ verbirgt sich das Homberger Unternehmen Petro Carbo Chemie. Vielen Hombergern ist der Konzern als Stromlieferant ein Begriff. Welcher Amateurverein kann schon mit einem Stadionnamen aufwarten? Natürlich wechselten auch Gelder den Besitzer, die u.a. für die Ausgestaltung der Räume gut genutzt wurden. Die Zusammenarbeit zwischen der Firma PCC und dem VfB bleibt aber auf das Sponsoring beschränkt, die allerdings für eine lange Zeit: Das Unternehmen sicherte sich die Namensrechte für 25 Jahre.
Zum Auftakt sollten im Sommer zwei Eröffnungsspiele gegen bekannte Clubs ausgetragen werden. Den bereits gedruckten Plakaten war zu entnehmen, dass hierfür sogar zwei Bundesligavereine an Land gezogen werden konnten, zum einen der VfB Borussia Dortmund, zum anderen der 1, FC, Köln. Leider kam es nicht zu diesen Auftritten, was aber nicht an den beteiligten Vereinen lag und hier nicht weiter erörtert werden soll.
Fast gleichzeitig mit der Errichtung des neuen PCC-Stadions an der Rheindeichstraße begann man mit dem Bauvorhaben auf dem ehemaligen Sportplatz „Am Alefskamp“ in Hochheide. Zunächst waren die Räumungskommandos gefragt, die großen Mengen der alten Bausubstanz abtragen mussten. Das Clubhaus, die Umkleideräume und die Begrenzungsmauer um das gesamte Stadion wurden abgerissen. Die Asche des Sportplatzes wurde entfernt und durch Kiesmaterial ersetzt.

Mit der Erschließung der Rohbauten wurde bereits im Dezember 2002 begonnen. Es folgte die Anlage einer geteerten Baustraße, um den Handwerkern und den ersten Anwohnern die Zufahrt zu erleichtern. Entstanden ist eine Neubausiedlung unter dem Motto „Bezahlbares Wohnen für Familien“ mit 59 Reiheneigenheimen, in die zehn Mio. € investiert wurde. Junge Familien mit mittlerem Einkommen, die Anspruch auf öffentliche Fördermittel haben, waren die Zielgruppe des geplanten Projektes. Die ersten auf der Sportfläche erbauten Häuser konnten bereits im Sommer 2003 bezogen werden.
Auf dem 15.000 m² großen Gelände befinden sich jetzt Häuserzeilen mit jeweils fünf Wohneinheiten. Es sind zwei verschiedene Haustypen mit einer Wohnfläche von 101 – 14 m² entstanden. Zusätzlich kann bei Bedarf noch das Dachgeschoss ausgebaut werden. Die Kaufpreis begannen bei 162,500 € für ein Reihenmittelhaus mit ca. 100 m² Wohnfläche und einem 145 m² großen Grundstück. Ausführende Baufirma war die Firma Projektbau Bauträger GmbH aus Kamp-Lintfort, die die Arbeiten 2003 fertigstellte. Sämtliche Häuser liegen an der neu benannten Paula-Echter-Strasse.

Sobald der gesamte Spielbetrieb auf dem neuen Sportgelände des PCC-Stadions abgewickelt werden konnte, hieß es für den VfB auch Abschied zu nehmen von der alten Sportanlage an der Schillerstraße, die im Jahre 1972 mit einem Clubheim und einer Rasenspielfläche erbaut worden war. Vorausgegangen war dieser Baumaßnahme ein ständiges Hin und Her zwischen dem alten Rheinstadion, dem es an Duschen und Umkleideräumen mangelte, und der Anlage an der Schillerstraße. Die Spieler mussten im alten Rheinstadion ihre Spiele bestreiten und sich anschließend in den Räumlichkeiten des Stadions an der Schillerstraße umziehen. Wie beim Stadion „Am Alefskamp“ waren auch zunächst auf dem Gelände an der Schillerstraße Räumungskommandos gefragt, um die Bausubstanz abzutragen und riesige Erdbewegungen vorzunehmen, damit anschließend ein Neubaugebiet entstehen konnte. Geplant wurden hier ebenfalls Neubauten, die den Ansprüchen junger Familien gerecht werden. Die Baufirma Tecklenburg GmbH aus Straelen ließ auf dem ehemaligen Sportgelände 31 Häuser nach „konventioneller Art“ erbauen, d.h. es entstanden Stein auf Stein unterkellerte Einfamilien-Reihenhäuser. Es gibt zwei Hausvarianten: die eine, an der Schillerstraße gelegen, ist anderthalbgeschossig und hat einen Wohnraum von jeweils 123 m²; die andere Bauform mit zwei Geschossen befindet sich an der Lauerstraße und der abknickenden neuen Erika-Kröger-Strasse. Die „schlüsselfertigen“ Häuser haben einen Kaufpreis ab ca. 200.000 €. Die Grundstücksgrößen liegen zwischen 160 und 326 m². Neben den Familienhäusern entstanden in der Mitte des Baugebietes ein Spielplatz und ein zweigeschossiges Haus für betreute Wohnen. Außerdem befindet sich auf dem Gelände ein Lebensmittelmarkt, der bereits am 12.06.2003 seinen Betrieb aufgenommen hat.

Durch die Umgestaltung der Sportplätze zu Wohngebieten und die Neuanlage einer Sportanlage ist eine große Aufwertung für den Stadtteil erreicht worden. Der VfB Homberg kann sich rühmen, die schönste Sportstätte am linken Niederrhein zu besitzen – ein Schmuckstück, wie es für einen Fußballverein der Oberliga (seit 2005) nicht unbedingt üblich ist.




copyright: Franz Gerd Gehnen † | Freundeskreis Historisches Homberg e.V.